Novecento


NOVECENTO - Die Legende vom Ozeanpianisten

Schauspiel von Alessandro Bariccio

 

Ein Ozeandampfer voller Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte. Ein Mikrokosmos, geladen nicht nur mit Reichen und Schönen in der ersten Klasse, sondern auch mit Verlierern, Gestrandeten und Glücksuchenden bis tief im Schiffsbauch. Für alle erklingt die Musik der „Atlantic Jazz Band". „Wir spielten, weil der Ozean groß ist und Angst macht, wir spielten, damit die Leute...vergaßen, wo sie waren, und wer sie waren. Wir spielten, damit sie tanzten, denn wenn du tanzt, kannst du nicht sterben, und du fühlst dich wie Gott.", erzählt der Trompeter Tim Tooney. Und wenn auch die Gäste kommen und gehen, die "Atlantic Jazz Band" bleibt. Novecento ist der Pianist der Band, und er ist der Beste. Und schon ist man mittendrin in der einzigartigen Geschichte seines Freundes Danny Boodman T.D. Lemon Novecento. Eine Geschichte so rätselhaft, eigentümlich, faszinierend und rührend. Denn Novecento ist auf dem Schiff geboren, als Waise aufgewachsen und wird den Dampfer bis zu seinem Untergang nicht ein einziges Mal verlassen. Gefunden vom Matrosen Danny Boodman in einer leeren Pappschachtel mit dem Aufdruck T.D. Lemon, auf dem Klavier des Ballsaals der „Virginian".

 

Zeit seines Lebens behauptet der alte Boodman, T.D. steht für „Thanks, Danny", und der Kleine soll seinen Namen tragen, aber mit einem großen Finale: Novecento. „Das ist perfekt... Er wird es weit bringen mit so einem Namen." Als der alte Boodman stirbt, ist Novecento verschwunden. Als er 22 Tage später wieder auftaucht, sitzt er mit baumelnden Beinen, die nicht zum Boden reichten, am Klavier im Ballsaal der ersten Klasse. „Und, wahrhaftigen Gottes, er spielte." Novecento entwickelt sich zu einem begnadeten Jazz-Pianisten und verzaubert mit seinem virtuosen Spiel fortan sein Publikum. Die Töne, die Novecento dem Klavier entlockt, entstammen anderen Sphären. In seiner Musik sind die Farbigkeit und Schönheit, aber auch die Widersprüchlichkeiten und die Abgründe der ganzen Welt enthalten. Sie erspürt die Geschichten, die er in den Augen seiner Zuhörer liest. Es entsteht eine musikalische Welt, die er noch nie gesehen hat und nie sehen wird. Kein einziges Mal verlässt er die „Virginian", auch wenn er ein einziges Mal fest entschlossen ist, es zu tun. Aber er wird bis zum Untergang des Ozeandampfers bleiben, und sein Trompeter-Freund aus glanzvollen Zeiten Tim Tooney wird vergebens versuchen, ihn zu überreden, das Schiff zu verlassen. „Als ich ihn das letzte Mal sah, saß er auf einer Bombe, einer Scheißladung Dynamit."

 

Die Musik war sein Leben. Die „Virginian" war seine Heimat. Novecento, der Beste!

 

Premiere: ab März 2019

 

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